Projektmanagement Zertifizierung – Übersicht und Vergleich

Über die vergangenen Jahre hat sich die Projektmanagement Zertifizierung weiterentwickelt. Dies ist dem höheren Stellenwert innerhalb der Unternehmen geschuldet. Professionalität ist unlängst in die Thematik eingekehrt.

Das Resultat ist, dass auf eine von drei bewährten Zertifizierungsverfahren gesetzt wird. Zur Auswahl stehen PMI, GPM und Prince2. Nachfolgend sollen diese Auszeichnungen für Projektmanager gegenübergestellt werden. Weiterhin werden die Vorteile und Nachteile erläutert, um Interessenten eine Entscheidungshilfe zu bieten.

Institutionen für die Projektmanagement Zertifizierung

In der Bundesrepublik bestimmen aktuell drei Verbände die Marschroute der Projektmanagement Zertifizierung. Dort werden die Kompetenzen vermittelt. Ausgezeichnete Manager erhalten Anerkennung und dürfen einen Titel führen. Dies kann als Beschleuniger der Karriere fungieren. Der Arbeitsplatz wird gefestigt und die Chancen auf dem freien Markt erhöhen sich.

Folgende Institutionen bieten die entsprechenden Zertifikate, in Klammern aufgeführt, an.

  • Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement (GPM) – Die Projektmanagement Zertifizierung ist in Level unterteilt. Auf Level D beginnt der Einstieg als Projektmanagement Fachmann. Auf Level A ist die Bezeichnung Projektdirektor schlussendlich zutreffend. Über 7.000 Mitglieder gehören der GPM inzwischen an. Damit sind sie das größte Netzwerk von Projektmanagement in Europa. Weitere Informationen können unter gpm-ipma.de eingesehen werden.
  • Project Management Institute (PMI) – Bereits aus dem Namen geht hervor, dass es sich um eine weltweit organisierte Institution handelt. Dieser Fachverband offeriert angehenden Projektmanagern eine maßgeschneiderte Zertifizierung. Acht Unterschiedliche Ausbildungen sind aktuell vorzufinden. PMI wurde bereits 1969 gegründet und agiert inzwischen praktisch weltweit. Näheres kann auf pmi.org nachgeschlagen werden.
  • Association in Project Management Group (Prince2) – Dieses in Großbritannien für die IT gegründete Konzept, stützt sich auf zwei Projektmanagement Zertifikate. Beim Aspekt „Foundation“ werden Grundlagenkenntnisse vermittelt. Wer sich für „Practitioner“ entscheidet, der ist näher am Prozess der Entscheidung und der Steuerung von Projekten. Nähere Informationen können unter prince2.com aufgerufen werden.

Die Homepages der einzelnen Institutionen beschreiben die Lehrgänge und können einen guten Einblick in das zu vermittelnde Wissen geben.

Projektmanagement Zertifizierung in der tabellarischen Übersicht

Die unterschiedlichen Zertifikate im Projektmanagement haben alle ihre Berechtigung, da sie das Thema auf ihre eigene Art und Weise angehen. In der folgenden Tabelle werden daher die grundsätzlichen Kompetenzen, Inhalte und Voraussetzungen zur Teilnahme, die Art der Prüfung, die Kosten und Haltbarkeit der Zertifizierung aufgeführt.

 

  GPM PMI Prince2
Inhalte Die Deutsche Gesellschaft für Projektmanagement beschäftigt sich mit neun Kernkompetenzen. Dabei handelt es sich um das Integrationsmanagement, Umfangsmanagement, Terminmanagement, Kostenmanagement, Qualitätsmanagement, Personalmanagement, Kommunikationsmanage- ment, Risikomanagement und Beschaffungs-management Von der Verbreitung her liegt PMI an der Spitze. Die Inhalte orientieren sich an Zahlenwerten, was die Projekte skalierbar macht. Das Modell entspricht damit am ehesten dem US-amerikanischen Business. Mit 260.000 Mitgliedern in 170 Nationen, sprechen die Inhalte sowohl Studenten, als auch Projektmitarbeiter und Projektmanager an. Der Standard für Projektmanagement in Großbritannien beschäftigt sich mit Prozessen. Von der Vorbereitung, über das Lenken eines Prozesses, von der Planung, über die Initiierung und der Steuerung, bis hin zur Produktlieferung, der Übergänge zwischen einzelnen Phasen und des Projektabschlusses wird eine Ausbildung geboten.
Voraussetzungen für den Einstieg Level D:

Erfahrungen in den Kompetenzelementen des Projektmanagements werden nicht zwingend vorausgesetzt. Ab Level C werden drei Jahre Erfahrung benötigt.

CAPM:
  • Hochschulreife (oder vergleichbare Ausbildung)
  • 1.500 Stunden Erfahrung als Projektmanager

ODER

  • 23 Stunden Projektmanagement Training

PMP:

  • Hochschulreife (oder vergleichbare Ausbildung)
  • 4.500 Stunden Erfahrung als Projektmanager
  • 35 Stunden Projektmanagement Training

ODER

  • Abitur/Fachabitur/Realschulabschluss mit Berufsausbildung (oder vergleichbarer Abschluss)
  • 7.500 Stunden
  • Erfahrung als Projektmanager
  • 35 Stunden Projektmanagement Training
Foundation:
  • Keine Voraussetzungen
  • Für das Practitioner Zertifikat wird die abgeschlossene Foundation Ausbildung benötigt.
Prüfungsform Die einzelnen Levels erfordern schriftliche Prüfungen (Basiswissen und levelbezogenes Wissen), sowie einen Transfernachweis, eine mündliche Prüfung, Projekterfahrungsbericht, Workshop und/oder ein Interview. CAPM & PMP:

200 Multiple-Choice-Fragen, die innerhalb von vier Stunden zu beantworten sind. Vier Antwortmöglichkeiten stehen zur Verfügung.

  • Foundation: 1-stündiger Multiple-Choice-Test
  • Practitioner: 2,5-stündiger Multiple-Choice-Test
Kosten
  • Level D: 749,00 Euro
  • Level C: 1.819,00 Euro
  • Level B: 2.300,50 Euro
  • Level A: 2.942,50 Euro

Preise inklusive Mehrwertsteuer. Ermäßigte Kosten für Gruppen ab 8 Personen.

Je nach Zertifikat belaufen sich die Kosten auf einen Betrag zwischen 300 US-Dollar (als Mitglied 225 US-Dollar) und 1.000 US-Dollar (als Mitglied 800 US-Dollar).
  • Foundation: 375,00 Euro
  • Practitioner: 375,00 Euro
Haltbarkeit Die 4L-Zertifikate laufen nach fünf Jahren ab und können über eine Rezertifizierung zur Zertifikatsverlängerung, sofern noch im Projektmanagement tätig, erweitert werden. Eine Verlängerung muss alle drei Jahre, unabhängig von der Wahl der Projektmanagement Zertifizierung, erfolgen.

Alle drei bis fünf Jahre muss eine Re-Registrierung erfolgen, um den entsprechenden Status beizubehalten.

 

Bei den Teilnahmevoraussetzungen für PMI wurde nur der niedrigste Einstieg genannt. Dort gibt es weitere Zertifikations-Modelle, welche andere Voraussetzungen benötigen. Diese können unter folgender Übersicht eingesehen werden.

Welche Projektmanagement Zertifizierung ist die Richtige?

Abschließend soll eine Entscheidungshilfe Pro oder Contra der einzelnen Projektmanagement Zertifizierungen erfolgen.

GPM:
Deutschlandweit gibt es keine Zertifizierung für Projektmanager, die bekannter ist. Inhaltlich werden sämtliche Themen behandelt. Die Fortbildung der Teilnehmer steht im Fokus. Die Zertifizierung erfolgt in vier Stufen, welche analog zum Aufstieg der Karriere gesehen werden können. Der Zeitaufwand ist dafür sehr groß. Das Prozess-Modell wird weiterhin ausgespart.

PMI:

Auf internationaler Ebene hat sich PMI die höchste Anerkennung verdient. Weltweit wird es das bekannteste Zertifizierungsverfahren darstellen. Daher ist es für Personen, die im Ausland Karriere machen wollen, sehr gut geeignet. Projektmanagement wird hier anhand der einzelnen Prozesse gelehrt. Der Lehrplan ist flexibel und kann damit an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden. Auf ein klassisches Lehrbuch wird verzichtet. Preislich ist es günstiger als GPM. Die Prüfung erfolgt dafür nur in Form von Multiple-Choice-Fragen. Die Projektmanagement Zertifizierung kann zudem nur innerhalb eines Testcenters, nach umständlicher Anmeldung, durchgeführt werden.

Prince2:

Die Prüfungsgebühr ist auch bei Prince2 eher gering. Die Vorbereitung muss weniger ausführlich durchgeführt werden. Das Verfahren der Zertifizierung ist eher einfach gehalten. Kurse und Prüfung werden separat durchgeführt. In Deutschland ist das Verfahren bislang weniger bekannt, als die anderen zwei Zertifizierungen. Auch die Prüfung wird häufig als eintönig beschrieben.

Fazit zur Projektmanagement Zertifizierung

Die Entscheidung für die richtige Zertifizierung ist vom Einzelfall abhängig. Wer die Tabelle in diesem Artikel betrachtet, die Homepages der Anbieter aufsucht und anschließend den letzten Abschnitt über die Entscheidungshilfe studiert hat, sollte sich eine fundierte Meinung bilden können. Mit diesen Informationen ist für die Auswahl einer Projektmanagement Zertifizierung die notwendige Vorarbeit geleistet worden.

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2 Kommentare

  1. Kay Thormann

    Wenn man die PMI als weltweiten Zertifizierer nennt, dann sollte man statt GPM auch die IPMA nennen, oder zumindest deren Zusammenhang. So ist es jedenfalls oberflächlich recherchiert und dargestellt. Wenn man PRINCE2 als Zertifizierung nennt, dann sollte auch das V-Modell, welches auch -„nur“ ein Vorgehensmodell ist, genannt werden.

    Antworten
    1. Daniel (Beitrags-Autor)

      Hallo Kay, danke für Dein Kommentar! Ich werde es mit auf die Liste der neuen Artikel für diese Seite nehmen und die Kritik versuchen umzusetzen. Vielleicht kannst Du mir noch einen Hinweis geben, wie man eine Zertifizierung nach dem V-Modell erlangen kann? Beste Grüße Daniel

      Antworten

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