Probleme lösen mit dem Fischgräten-Diagramm von Ishikawa

Im Zuge des Selbstmanagements ist das Fischgräten-Diagramm (Fishbone) von Ishikawa sehr nützlich. Wo fangen die Probleme an? Bei den Ursachen! Und diese werden mit der nachfolgend vorgestellten Methode ermittelt. Der erste Schritt ist hierbei zu erkennen, dass jedes Projekt nicht an einem Problem, sondern an einem ganzen Bündel von Herausforderungen krankt.

Diese Schwierigkeiten müssen in ihren Grundzügen erkannt werden. Anschließend ist es möglich diese in das Ishikawa-Diagramm einzutragen. Dessen Name geht auf die Gestaltung zurück, welche den Fischgräten nachempfunden scheint.

Ursache und Wirkung: Dem Ishikawa-Diagramm auf der Spur

Karou Ishikawa gilt in Japan als Begründer der modernen Qualitätskontrolle. Problemstellungen wurden durch seine Herangehensweise visualisiert. Das Verständnis konnte gesteigert werden. Zudem ist das gesamte Projekt, mit all seinen Fehlerquellen und Problemen sichtbar, was es erleichtert an einer ganzheitlichen Lösung zu arbeiten.

Folgende Qualitätswerkzeuge werden von Ishikawa als Q7 bezeichnet. Sie dienen zur Identifizierung der Probleme.

  • Brainstorming
  • Histogramm
  • Fehlersammelliste
  • Qualitätsregelkarte
  • Pareto-Diagramm
  • Korrelationsdiagramm
  • Ursache-Wirkungs-Diagramm (Ishikawa/Fishbone-Diagramm)

Vor der Erstellung des Fischgräten-Diagramms werden die anderen Maßnahmen der Qualitätssicherung durchgeführt. Fehler werden schriftlich erfasst. Gegebenenfalls sind auch die Häufigkeit und der Ort des Problems aufzuführen. Das Brainstorming, Pareto-Diagramm und Korrelationsdiagramm werden bereits im Vorfeld der Analyse von Fehlern und somit auf dem Weg zur Lösung von Problemen eingesetzt.

Nur wenn alle sieben Werkzeuge angewandt werden, wird der höchste Qualitätsstandard laut Ishikawa sichergestellt.

Fischgräten-Diagramm: Ishikawa Fishbone erstellen

Das Fishbone-Diagramm ist auch deshalb beliebt, weil es einfach zu erlernen ist. Prozesse werden sinnvoll strukturiert, Probleme können visuell dargestellt werden und zudem werden Wirkungszusammenhänge von Fehlerquellen ermittelt. Aber wo beginnt die Erstellung des Fischgräten-Diagramms?

  1. Fischkopf: Die Problemstellung wird vorne rechts schriftlich festgehalten. Bestenfalls reicht ein Wort, um die Darstellung zu vereinfachen.
  2. Gräten: Zum Kopf hin bewegt sich ein Pfeil. An dessen Balken verlaufen die Gräten leicht nach links angewinkelt. Diese werden mit den Problemzonen beschrieben. Ishikawa verfährt hier nach der 8M-Variante (Mensch, Maschine, Material, Methode, Management, Mitwelt, Messbarkeit und Money), um mögliche Kategorien vorzugeben. Es handelt sich jedoch nur um eine Orientierungshilfe und nicht um eine Vorlage.
  3. Abzweigungen: Von jeder einzelnen Gräte verläuft wiederum nach links eine Verzweigung, welche schließlich mit den konkreten Problemen je Kategorie beschrieben werden. Werden zu viele Einzelpunkte aufgeführt, so lohnt sich ein eigenes Diagramm für dieses Problem. Sonst verliert die Visualisierung ihre Übersicht.

Die Erstellung des Ishikawa-Diagramms erfolgt bestenfalls in Teamarbeit. Bereits vor der Besprechung ist eine Vorlage zu erstellen. Über einen Projektor wird das Bild des PCs oder eines Zettels an die Wand geworfen, so dass jeder mitarbeiten kann. Alternativ ist ein Flipchart zu verwenden. Der Teamleiter hält den „Fischkopf“, also das Problem, fest und zeichnet das Grätendiagramm.

Bei der Ursachensammlung wird zunächst jedes Problem, und sei es noch so klein, notiert. Als Teamleiter oder Moderator bei der Fehlersuche muss jede Ursache nochmals hinterfragt werden, um einen tiefen Einblick in die Prozessstruktur und deren Problemzonen zu bekommen.

Zum Abschluss ist eine Wertung vorzunehmen, welche Probleme als wahrscheinlich oder unwahrscheinlich eingestuft werden. Um ein verwertbares Ergebnis zu bekommen, können die Teilnehmer ihre Favoriten mit Punkten bewerten. Die Anzahl der zu vergebenen Punkte ist von der Menge an Problemen abhängig. Es sollten aber auch Mehrfachnennungen erlaubt sein, damit jeder seinen Standpunkt verdeutlichen kann.

Das Diagramm nach Ishikawa ist bei komplexen Problemen nur bedingt anzuwenden, da Zusammenhänge der Ursachen kaum im Fishbone-Verfahren zu visualisieren sind.

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1 Comment

  1. Werner_Mo

    Den letzten Satz kann ich nur unterstreichen: Der Name „C&E“ (cause/s and effect/s) bzw. Ursache-Wirkungs-Diagramm erklärt ganz schön worum es geht: Ursachen und Wirkungen zu verstehen. Wo hat Kaoru Ishikawa das Diagramm selbst eingesetzt? Als eines der „Seven Tools of Quality“, auch Q7 werden damit Problemquellen in der Fertigung bei Material, Methoden, Maschinen und Mensch (= 4M) aufgezeigt. D.h. es geht um Problemquelle(n) und deren Beseitigung (= einfache Lösung). Auch wenn später die Erweiterung auf „8M“kam war es nie als Werkzeug für komplexe Themen oder gar komplexe Systeme in der Entwicklung gedacht. Dementsprechend ungeeignet ist es.

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